Capote revisited
Truman Capote, 'Kaltblütig' nach Jahren nochmals gelesen. Die Zeitlosigkeit des Romans hat etwas Unfassbares, Erschreckendes. Die Beschreibung menschlicher Soziopathie ist eben so grauenerregend, wie die Schilderung der Borniertheit und der Vorurteile in der Bevölkerung. Von der Struktur des amerikanischen Justizsystems ganz zu schweigen.
Man fühlt als Leser in dieser Erzählung durchaus nicht den Atem der 50er Jahre. Nichts fühlt sich hier nach 'vergangen' oder nach 'gestern' an. Dieser Roman ist nicht zuletzt deshalb schockierend, weil er auch ein Werk aus dem Jahre 2006 sein könnte. Man bleibt erschrocken zurück und fragt sich, ob sich wirklich so furchtbar wenig nach vorn entwickelt haben soll - in immerhin fünfzig Jahren seither. Die Ausweichschleife des 'lange her' ist hier nicht geboten. Die Fähigkeit des Menschen sich fühllos zu machen - oder fühllos zu sein - an der vorhandenden Reflexion des 'etwas stimmt nicht mit mir' vorbei - stellt einem die Nackenhaare. Bis heute.
Bewunderung
Groß, ganz groß. Mir stehen noch immer die Haare auf der Haut. Mitunter schreibt der, daß es einen friert & hitzt. Gleichzeitig.
Semmel, nicht Semmelbrösel
Diesen Menschen muß man lesen. Wenigstens ab und zu. Besonders seine mehr als eigenwillige Rezension, die letzte Ausgabe vom Rolling Stone betreffend, hat mich vor lachen vom Schreibtischstuhl geschmissen.
Dringende Leseempfehlung. [Edit: Und dies trotz der Verwendung unsäglicher Smilies, angeboten in der Kommentarfunktion. Mpf.]
Heimkommen
Noch jemand, der erzählen kann: Bernd Begemann.
From above
Wer - wie ich - ein Faible für Satellitenphotos hat, wird hier fündig. Wow, wow, wow. Ein echter Zeitfresser.
Wenn der Herr Praschl spinnt
LESEAUFFORDERUNG*
Brand eins, Wolf Lotter: Abschied vom Gestern.
*Gefühlsmäßig eher ein Lesebefehl...


